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Die 3 wichtigsten Tipps für das Management von Remote-Teams

Remote Team leiten

Die Coronakrise stellt uns vor neue Herausforderungen. Sie zwingt uns häufig, alte Strategien zu überdenken und neue Wege zu beschreiten – auf vielerlei Gebieten. Gerade die Arbeitswelt ist davon stark betroffen und die Digitalisierung schreitet in einem Tempo voran, das zuvor undenkbar gewesen wäre. Konzepte wie „New Work“ gewinnen plötzlich an Bedeutung. Mitarbeiter arbeiten im Home Office, können sich den Arbeitstag selbst einteilen, sind dafür aber körperlich nicht mehr im selben Büro anwesend. Wie es ist, ein Remote-Team zu leiten und warum es wichtig ist, Managementstrategien anzupassen, darüber haben wir mit Silke Hörsch, Global Director Marketing und Business Development bei AnyDesk, gesprochen.

Seit 14 Jahren arbeitet sie teilweise im Büro und teilweise aus dem Home Office. Fast ebenso lange leitet sie schon Teams aus der Ferne. Bisher hat sie die Zeit im Home Office für Aufgaben genutzt, für die sie Ruhe brauchte. Alle Mitarbeitergespräche und Brainstormings fanden dafür im Büro statt. Für sie ist klar: Die Mischung macht’s.
Doch dann kam Corona. Alles musste fortan von zu Hause aus stattfinden. Mit diesen 3 Tipps schafft Silke es dennoch, ihr Team zusammenzuhalten und ihre Mitarbeiter zu motivieren.

1. Die Technik richtig nutzen

Ob man sich täglich im Büro begegnet oder sich nur morgens online von Zuhause auf dem Rechner einloggt, ist ein großer Unterschied. Diesen versucht Silke so klein wie möglich zu halten. Die Basis dafür bilden Tools für Videokonferenzen und Screensharing. „Ich zeige in Meetings immer meine Webcam und bringe meistens die Leute dazu, ihre dann auch zu zeigen.“ Aber Videochats sind dennoch nicht dasselbe wie ein persönliches Meeting: Es gibt immer eine kleine Verzögerung. Manche Mitarbeiter sind verunsichert von den kurzen Pausen, die dadurch entstehen. Wichtig ist es als Teamleiter daher, einen geschulten Blick dafür zu haben. „Körpersprache und Gesichter sind so wichtig.“

Beim Thema Tools ist weniger mehr. Am besten nutzt man ein Tool, das mehrere Funktionen vereint, statt vieler einzelner Programme, die man alle einzeln lernen muss. Denn eines setzt Silke voraus: „Meine Erwartungshaltung ist, dass diese Tools reibungslos funktionieren und das Team sie bedienen kann.“ Es gilt also einerseits, die Mitarbeiter zu schulen, aber damit alles flüssig läuft, muss andererseits jeder einzelne sein Equipment auch eigenverantwortlich testen.

Schade findet Silke, dass die Kreativität eines Teams im Home Office nur schwer einzufangen ist. „Für mich geht nichts über persönliche Meetings und Treffen, die kleinen Zufälle und großen Ideen, die man fast nur hat, wenn man sich sieht.“ Auch hier können Tools Abhilfe schaffen, zum Beispiel Whiteboards, die von mehreren Kollegen bearbeitet werden können.

2. Eine Struktur schaffen

Wenn das Büro über den Globus verteilt ist, kann auch die Struktur verlorengehen. Silke weiß das zu vermeiden. „Ich definiere klar die Verantwortlichkeiten, die jeder im Team hat und die Quartals- bzw. Jahresziele. Mir ist wichtig, dass jeder deutlich sieht, welchen Wert er für das Unternehmen generiert.“ Dazu gehören neben Teammeetings auch wöchentliche 1-on-1s. Bei diesen Einzelmeetings soll definiert werden, wo man steht, wo es hingehen soll und wie eventuelle Probleme gelöst werden können. „Sehr wichtig finde ich auch KPIs und Dashboards, um Erfolge oder Misserfolge zu sehen und um daran arbeiten zu können, Dinge zu verbessern.“ Alle Planungen und Überlegungen, die sich daraus ergeben – das betont Silke immer wieder – müssen nicht in Stein gemeißelt sein, aber sie geben zumindest eine Richtung vor.

Einzel- und Teammeetings sind für Silke ein Muss, aber auch darüber hinaus möchte sie flexibel bleiben. In ihrem täglichen Terminplan lässt sie bewusst Lücken für Besprechungen zwischendurch, bei denen auch mal persönlichere Worte gewechselt werden können. So holt sie sich ein Stück der Zufälligkeit des Büros zurück. „Spontane Meetings generieren oftmals die besten Ideen.“

Allerdings besteht auch die Gefahr, dass weniger kommunikative Mitarbeiter sich bis auf die wöchentlichen Einzelmeetings zurückziehen. Das möchte Silke vermeiden. „Wenn ich von einem Mitarbeiter ein paar Tage lang nichts gehört habe, dann mache ich einfach mal einen Call zwischendurch. Ich hole mir einen Kaffee, rufe an und frage, wie es demjenigen geht. Wir sind alle Menschen und ab und zu gehört eine Frage nach der Familie oder zu anderen privaten Themen einfach dazu.“

3. Vertrauen in sein Team haben

Eine Sorge eines Teamleiters kann es sein, die Kontrolle über die täglichen Aufgaben eines Mitarbeiters zu verlieren. Silke Hörsch war noch nie ein Fan von Micromanagement. „Ich kann und will nicht alles kontrollieren und genehmigen.“ Ihre Mitarbeiter sollen nicht das Gefühl haben, alle Entscheidungen an die Teamleitung abgeben zu müssen. „Das wichtigste Element einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist für mich, meinem Team Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsvollmacht zu geben. Ich wurde schon oft darum gebeten, eine Entscheidung zu treffen. Oft spiele ich den Ball nun zurück und sage, wenn du der Inhaber wärst, wie würdest du entscheiden?“ In Silkes Augen sollte jeder Mitarbeiter diesen unternehmerischen Blick haben und ausgehend davon Entscheidungen treffen. „Wenn es Probleme gibt, kann ich immer noch einschreiten.“
Obwohl ihr der persönliche Austausch im Büro immer noch am wichtigsten ist, sieht Silke die Krisenzeiten nicht nur negativ. „Es ist eine gute Gelegenheit, sich zu überlegen, wie man den persönlichen Führungsstil am besten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit anpassen kann, auch über die Pandemie hinaus.“

Nicht nur die Pandemie, auch schon länger anhaltende Trends hin zur Globalisierung und Digitalisierung lassen erkennen, dass ein Umdenken in der Art und Weise wie Teams geleitet werden, gefordert ist. Silke sieht die Zukunft in Agile Leadership. „Wichtig ist es seinen Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnet und Entscheidungen abzugeben, sodass die Unternehmen schnell auf Veränderungen reagieren können und innovativ bleiben.“ Mit einem Agile Leader kann ein Team auch unvorhergesehene Ereignisse wie eine globale Pandemie souverän meistern, ob es nun gemeinsam im Büro sitzt oder über den Globus verteilt ist.

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