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Die Zukunft der Arbeitswelt: Werden wir zu hybriden Arbeitsmodellen übergehen?

Hybride Arbeitsmodelle als Zukunft der Arbeitswelt

Silke Hoersch, VP Marketing & Business Development bei AnyDesk, spricht darüber, wie die Zukunft der Arbeit aussehen wird und beleuchtet den Wandel zu einem hybriden Arbeitsmodell.

„Hat die Pandemie das Büro für immer verändert?”, fragte das New Yorker Magazin Anfang 2021. Die Pandemie zwang Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf der ganzen Welt dazu, digitale Arbeitsmodelle anzunehmen, wo immer es möglich war. Jetzt, wo das „Leben vor der Pandemie” langsam zurückkehrt, wird die Zukunft der Arbeitswelt vielerorts diskutiert. Ist es notwendig, dass Mitarbeiter regelmäßig ins Büro gehen? Wird Remote Work, also das flexible Arbeiten von anderen Orten aus, zur „neuen” normalen Arbeitsweise? Wie schaffen es Organisationen, mit weniger Face-to-Face-Interaktionen nachhaltig eine Identität und letztlich Loyalität aufzubauen?

Mit diesen Fragen im Hinterkopf habe ich an der World Class Workplace Transformation 2021 in Frankfurt teilgenommen. Ganz schön spannend! Mein erstes Live Event im Jahr 2021 und viele interessante Sessions und Menschen, mit denen ich über die Zukunft der Arbeitswelt diskutieren konnte. Egal, ob ich mich mit Vertretern von großen Konzernen oder kleinen Organisationen unterhalten habe: Es wurde deutlich, dass alle versuchen, ein nachhaltiges Modell zu etablieren, das dem Mitarbeiter Flexibilität und der Organisation Resilienz bietet.

Hybride Arbeitsweisen könnten mittel- und langfristig die Antwort sein. Dies bedarf einer Evolution in der Art und Weise, wie Führung umgesetzt wird und welche Rolle das Büro dabei einnimmt. Wir müssen den physischen Arbeitsplatz überdenken und eine robuste und standardisierte IT-Infrastruktur gewährleisten.

Der Wandel steht bevor

In einer aktuellen Studie hat Capgemini herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter sich infolge von Remote-Arbeit ausgebrannt fühlen. Das wiederum hat Auswirkungen auf ihr Engagement, ihre Zufriedenheit und ihre Produktivität. Auch wenn alle virtuell miteinander verbunden sind, ist es nicht vergleichbar mit der physischen Präsenz im Büro. Man kann sich nicht einfach so einen Kaffee holen und mit dem Team auf der Terrasse sitzen, um über die Arbeit (und manchmal das Leben) zu plaudern. Jeder Termin ist ein geplanter Termin. Der Raum für Kreativität und Spontanität wird kleiner. Können Sie etwa „auf Knopfdruck” kreativ sein? Organisationen leiden zunehmend unter einem Mangel an Innovation, da der spontane Austausch fehlt, wenn beiläufige ungeplante Koversationen nicht stattfinden können und alle an unterschiedlichen Orten arbeiten.

Hybride Arbeitsweisen ermöglichen es Mitarbeitern, teilweise remote und teilweise im Büro zu arbeiten – das kann sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer ein ideales Szenario sein. Was für das Management von Remote-Teams gilt, wird auch für hybride Arbeit zutreffen: Führungskräfte müssen einen agilen Führungsstil pflegen, der Autonomie, Empathie und Transparenz fördert. Erforderlich sind dafür eine neue Arbeitskultur, die auf gegenseitigem Vertrauen aufbaut, und neue gemeinsame Rituale. Auch die Mitarbeiter müssen ihre Denkweise ändern. Brauchen sie einen eigenen Schreibtisch und einen Parkplatz, wenn sie nur 1-2 Mal pro Woche ins Büro gehen? Hybride Arbeitsmodelle beinhalten Desk- und Office-Sharing. Organisationen, die auf hybrides Arbeiten umstellen, werden Räumlichkeiten umplanen und den klassischen Büroraum anders organisieren.

Sinn und Zugehörigkeit: Das Büro als „Center of the Tribe”

Die Beschäftigten mit einem Laptop auszustatten wird nicht ausreichen, um die hybride Arbeitswelt fit für die Zukunft zu machen. Ein interessantes Konzept, das ich auf der World Class Workplace Transformation 2021 kennengelernt habe, ist das aktivitätsbasierte Arbeiten (activity-based working). Dabei wird die Arbeit in verschiedene Aktivitätsprofile aufgeteilt: Ausführung, Fokuszeit, Innovation & Entwicklung, geplante Meetings und spontane Meetings. Durch einen Fragebogen wird das Aktivitätsprofil für jeden Mitarbeiter berechnet. Wenn man die Anzahl der Tage hinzufügt, an denen die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, erhält man eine Berechnung der Schreibtische, die im Büro für Ausführung und Fokuszeit benötigt werden, sowie der kollaborativen Räume, in denen geplante oder spontane Meetings stattfinden können. Darüber hinaus sieht das tätigkeitsbasierte Arbeiten Raum für Brainstorming und kreative Aufgaben in verschiedenen Teams vor.

Außerdem wird eine robuste IT-Infrastruktur benötigt, um nahtloses hybrides Arbeiten zu ermöglichen, einschließlich einer Standardeinrichtung an jedem Schreibtisch im Büro und dem richtigen Tool, um aus der Ferne auf Geräte und Dateien zuzugreifen. Es wird einige Zeit dauern, bis die Arbeitgeber die für ihr Unternehmen richtige Einrichtung gefunden haben.

Und schließlich wird die Rolle des physischen Arbeitsplatzes neu definiert werden müssen. Hybride Arbeitsweisen werden von den Unternehmen verlangen, dass sie die Berührungspunkte der Mitarbeiter mit der Arbeit neu gestalten, sowohl digital als auch im Büro. Es besteht eine große Chance darin, das Büro zu einem Ort zu machen, den die Menschen gerne aufsuchen und an dem Erfolge gefeiert werden. Mitarbeiter, die ein Gefühl von Sinn und Zugehörigkeit haben, werden ins Büro kommen. Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie es wollen.

Die Zukunft der Arbeitswelt gemeinsam gestalten

Vor uns liegen bedeutende Veränderungen. Dabei ist es nicht immer leicht herauszufinden, was das Beste für uns ist und wie es weitergehen soll. Neben dieser Herausforderung besteht allerdings aber auch eine große Chance, etwas zum Positiven zu verändern. Was ich an dieser Stelle hervorheben möchte: So sehr die Arbeitgeber und Führungskräfte bei diesem Thema in der Verantwortung stehen, ist es auch die Aufgabe jedes Einzelnen, das Arbeitsumfeld und die Arbeitskultur der Zukunft zu gestalten. Ohne den Beitrag jedes einzelnen Teammitglieds kann keine Veränderung stattfinden. Und die Zukunft wird nichts sein ohne menschliche Interaktion.

Haben Sie Kommentare oder Ideen zu hybrider Arbeit? Oder zur Zukunft der Arbeitswelt? Ich würde mich freuen, Ihre Gedanken und Ihr Feedback zu hören!

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